Seit einigen Tagen haben wir als Vorstände traurige Gewissheit – die Stadt Östringen wird sich bei den Kosten für die Umrüstung auf LED-Flutlichter auf dem Trainingsplatz des SV Tiefenbach nicht beteiligen.
Aktuell herrscht nicht nur Fassungslosigkeit und Unverständnis, sondern Wut über das mittlerweile vier Jahre andauernde Vorgehen der Stadtverwaltung.
Aber der Reihe nach: Bereits im Herbst 2022 haben wir uns im Verein erstmals mit dem Thema befasst und im Nachgang viele Gespräche geführt. Mit Fachunternehmen, Infrastrukturentwicklern, mit dem Badischen Sportbund, mit der ZuG (Bundesamt) mit den Bauamtsverantwortlichen und dem Bürgermeister selbst. Unzählige ehrenamtliche Stunden wurden aufgewendet.
Die in der Herbst- und Winterzeit unerlässlichen Lampen auf dem Trainingsplatz sind seit Jahren immer wieder anfällig bei Feuchtigkeit und fallen regelmäßig aus. Während des Trainings- und Spielbetriebs! Die alljährlichen Reparaturkosten sind enorm, die Elektriker der Gemeinde wissen nicht mehr ein noch aus: „Ihr habt die älteste Anlage in ganz Östringen. Ersatzteile gibt es eigentlich keine mehr!“ Zudem ist der Verteilerkasten ein ständiges Sicherheitsrisiko beim Bedienen und darüber hinaus (Schließung teils defekt). Ziel der LED-Umrüstung ist es, Ausfälle endlich zu verhindern, Sicherheitsbedenken auszuräumen, Strom und Stromkosten zu sparen, aber auch eine zukunftsfähige Lösung für den Amateursport in Tiefenbach herbeizuführen.
Im Jahr 2023 folgte dann eine Standfestigkeitsprüfung (durch die Stadt für alle Ortsvereine finanziert), die nach erster Aussage unbedenklich war. So wurden Angebote eingeholt, die eine Umrüstung der Lampen auf umweltschonende und energieeffiziente LED-Leuchten für ca. 35.000,- € ermöglicht hätten.
Von da an war auch der SV immer aktiv und hat von Vereinsseite alles dafür getan, den größtmöglichen Betrag aus obiger Summe selbst tragen zu können. Es wurde beispielsweise eine Spendenaktion durchgeführt und ein Großsponsor gefunden. Beim Klima-Wettbewerb der UEFA (Europäischer Fußballverband) war man leider erfolglos.
Mitten in die Hochstimmung dann der erste Schock beim Gespräch mit dem Bauamt der Stadt: „Übrigens, es sind doch zwei Masten sanierungsbedürftig und zwei müssen sogar ganz ausgetauscht werden!“ Die Frage, wie die vorher übermittelte Fehlinformation zu Stande kommen kann, ist uns bis heute unbeantwortet geblieben. So stiegen die Kosten, aufgrund der nun sehr aufwendig zu leistenden Baumaßnahmen auf voraussichtlich über 80.000,- € an. Wir müssen bestimmt nicht erläutern, dass ein kleiner Dorfverein keine Summe dieser Größenordnung „auf der hohen Kante hat“! Aber wie wir beim SVT nun einmal sind, nehmen wir das als Herausforderung an und suchen nach Lösungen. Bis zu diesem Zeitpunkt dachten wir, dass auch die Stadtverwaltung in Östringen daran interessiert wäre.
In den Gesprächen mit Bürgermeister Geider war aber auch von Beginn an klar, dass es bei der aktuellen Haushaltslage schwierig für die Stadt ist, Großbeträge beizusteuern. Und trotzdem ließ man uns bis zuletzt im Glauben, dass vielleicht doch etwas „gehen“ könnte. Dafür sollten wir uns mit den drei weiteren Fußballvereinen zusammensetzen. Selbst dort wurde uns vom Bauamtsleiter eine mögliche „finanzielle Unterstützung“ in Aussicht gestellt. Viele hätten da schon gefragt, wieso wir eigentlich ständig selbst das „Rad am Rollen“ halten und nicht mehr Unterstützung von Seiten des Grundstückeigentümers erhalten – ganz einfach, da wir als SV Tiefenbach Erbpächter sind und uns laut Vertrag dazu verpflichten alle fälligen Baumaßnahmen selbst zu finanzieren bzw. in Absprache durchzuführen. So zumindest die Lesart des Gemeinderates, der deshalb weitreichende finanzielle Unterstützung nun endgültig ablehnt (und das übrigens für alle weiteren Fußballvereine der Stadt Östringen).
In den umliegenden Gemeinden herrscht dagegen eine andere Lesart und es wird trotz fast überwiegend vorliegenden Erbpacht-Verhältnissen und ebenfalls vorliegenden Haushaltsproblemen gemeinsam mit den Sportvereinen versucht, die finanzielle Last bei derartigen Großprojekten zu stemmen. Man möge sich nur umschauen, welche Kommunen und Vereine da schon wesentlich weiter sind. Interessant hierbei ist auch zu wissen, dass die Stadtverwaltung Östringen im ganzen Umkreis (Sportkreis Bruchsal) die einzige Kommune ist, die seit vielen Jahren keine Vereinsförderrichtlinie besitzt und deshalb kein einziger unserer städtischen Vereine Planungssicherheit bei Investitionen hat. Das ständige Bitten und Betteln ist nicht nur zeitintensiv, sondern fordert dem eh schon hoffnungslos überforderten Ehrenamtler alles ab. Da fragt man sich nach den Prioritäten, die gerade der Amateursport sowie das Vereinsleben auf dem Lande haben sollten.
Nun kann der SV Tiefenbach zwar mit Stolz mitteilen, dass ca. 30.000,- € Eigenmittel zur Verfügung stehen, aber aktuell die Durchführbarkeit des Projektes „in den Sternen steht“! Zumal wir für unser endlich abgeschlossenes LEADER-Projekt (Neubau Multifunktionsraum und Kühlhaus mit Sanierung der Toilettenanlagen) auch noch finanzielle Verpflichtungen haben. Klar ist, heute MUSS etwas passieren, weil morgen bei Totalausfall der Flutlichter schon der gesamte Verein zum Erliegen käme. Spätestens von Oktober bis März wäre in den Abendstunden kein Training und Spiel mehr möglich.
Wenigstens die Wartezeit hat für uns nach der Entscheidung des Gemeinderates ein Ende, da die Stadtverwaltung nun (nach fast vier Jahren) eine Aussage zur Unterstützung des Projekts getroffen hat und wir die letzte mögliche Förderung beim Badischen Sportbund damit endlich beantragen können. Das hätte schon vor vier Jahren passieren können, ohne den unnötigen Aufwand, der uns von Seiten der Stadtverwaltung in dieser Zeit beschert wurde! Wir hoffen zudem, dass durch das lange Hin und Her mit der Stadt Östringen zugesagte Fördermittel der ZuG in Höhe von 6.500 € nicht verloren gehen. Die Fristen hierzu wurden stets kommuniziert und wir befinden uns in den letzten Wochen der nötigen Auftragsvergabe.
Die Vorstände und Mitglieder des SV Tiefenbach sind maßlos enttäuscht über die Mitteilung aus dem Gemeinderat. Auch das bislang ausgebliebene Mitwirken und Unterstützen von Seiten unseres Ortsvorstehers sei hier auch noch einmal angemerkt.
Alle Mitglieder und Sponsoren dürfen sich aber sicher sein, dass wir Vorstände alles in unserer Macht stehende tun werden, dieses Projekt in irgendeiner Form durchzuführen, da es überlebensnotwendig für unseren Verein ist. Zudem besteht die große Sorge, ob die Sicherheitsabwägung bezüglich Mastbruch aktuell überhaupt noch vertretbar oder der Trainingsplatz eigentlich schon zu sperren ist. In der kommenden Woche sitzen wir wieder mit Fachleuten zusammen und versuchen mit viel Eigenleistung, was wieder zu Lasten unserer Ehrenamtler geht, eine Lösung herbeizuführen – und das schnellstmöglich.
Wir freuen uns jetzt schon, wenn der Gemeinderat in der Zukunft Investitionen für ortsansässige Bundesligisten hingegen bewilligt und wir unseren Stellenwert im Amateursport einmal mehr aufgezeigt bekommen. P.S.: „Vielen Dank für die Zusage eines zinslosen Darlehens durch die Stadtverwaltung Östringen, das auch so noch viel zu hoch für unseren kleinen Verein ist!“
